SPOTLIGHT: ANGELIKI PAPOULIA
Arcadia – von Yorgos Zois
Die strahlende Neurologin Katerina und Yannis, ein ehemaliger, angesehener Arzt, sind auf dem Weg zu einem verlassenen Badeort. Durch den Herbstwind fahren sie über sandige Dünen, während sich im Auto eine Stille ausbreitet, die zu dem unerfreulichen Anlass passt: Yannis ist gerufen worden, um im Krankenhaus der Kleinstadt das Opfer eines tragischen Unfalls zu identifizieren. Als der örtliche Polizist ihnen mitteilt, dass das Fahrzeug des Opfers über die Brüstung einer Steinbrücke gestürzt ist, und sie zur Leichenhalle führt, sieht Katerina ihren schlimmsten Verdacht bestätigt. Gemeinsam mit Yannis, aber auch auf selbstständigen nächtlichen Ausflügen in eine geheimnisvolle, rustikale Strandbar namens “Arcadia” beginnt sie, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen. Es entfaltet sich eine eindringliche Geschichte über Liebe, Verlust, Akzeptanz und Loslassen.
Yorgos Zois
Yorgos Zois ist ein griechischer Regisseur, geboren 1982, mit Sitz in Athen. Er studierte Angewandte Mathematik und Kernphysik an der Nationalen Technischen Universität Athen (NTUA) sowie Filmregie an der UdK Berlin. Seine Karriere begann er als Regieassistent von Theo Angelopoulos und mit einem Stipendium von Costa Gavras. Sein Werk – vier Kurzfilme und zwei Langspielfilme – wurde weltweit für A-Festivals ausgewählt (u. a. Cannes – Semaine de la Critique, Berlinale – Encounters, Venedig – Orizzonti, Rotterdam, Telluride) und mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt, darunter eine Nominierung der European Film Academy. In Griechenland erhielt er von der Griechischen Filmakademie die Auszeichnungen als Bester Kurzfilmregisseur sowie als Bester Nachwuchsregisseur für einen Langspielfilm. Seine Filme wurden international für ihre Meta-Ästhetik und ihre kühne Erzählweise gelobt und unter anderem von ARTE und Canal+ ausgestrahlt sowie auf renommierten Plattformen wie The Criterion Channel gezeigt. Zuletzt war er Mitglied der offiziellen Jury „Lion of the Future“ bei den 74. Internationalen Filmfestspielen von Venedig. Sein zweiter Langspielfilm Arcadia feierte 2024 auf der Berlinale Premiere, gewann den Preis für den Besten Hauptdarsteller beim Hong Kong International Film Festival, den Preis für die Beste Regie beim Sarajevo International Film Festival und wurde in die engere Auswahlliste der EFA-Nominierungen aufgenommen – während die Festivalreise weitergeht.

Angeliki Papoulia wurde in Athen geboren. Sie ist Schauspielerin und Theaterregisseurin. Als Filmschauspielerin ist sie international berühmt für ihre protagonistischen Rollen u.a. in Yorgos Lanthimos‘ Dogtooth, der für einen Oscar nominiert war, Alps (Alpen) und in dem ersten englischsprachigen Langfilm von Yorgos Lanthimos The Lobster, der auch für einen Oscar nominiert war. Weitere Langfilm-Rollen in ihrer Filmkarriere sind folgende: Human Flowers of Flesh von Helena Wittmann, To a Land Unknown von Mahdi Fleifel, The Miracle of the Sargasso Sea (Das Wunder im Meer von Sargasso) von Syllas Tzoumerkas, Arcadia von Yorgos Zois und viele weitere. In den vergangenen Jahren war sie Jurymitglied bei diversen internationalen Filmfestivals, darunter Locarno, Sarajevo, Istanbul, Karlovy Vary und bei der Berlinale. Im Jahr 2004 war sie die Mitgründerin der Theatergruppe Blitz Theatre Group. Sie schrieb, co-inszenierte und spielte in sämtlichen Produktionen der Gruppe, die ihre Arbeiten an vielen europäischen Theatern und auf Festivals präsentierte. In letzter Zeit führte Angeliki Papoulia gemeinsam Regie bei Theaterproduktionen am Luzerner Theater sowie am Schauspielhaus Zürich in der Schweiz.
2024
Yorgos Zois
Vangelis Mourikis, Angeliki Papoulia, Elena Topalidou, Nikolas Papagiannis, Vangelis Evangelinos
Griechenland
99 Min.
Griechisch mit englischen Untertiteln