Ausstellung
The Emerging Greek Artist in Berlin
Unholy Paths: Memories of Labor and Migration
Verborgene Wege, unerzählte Geschichten und Leben nachzeichnen, die still Geschichte geschrieben haben.
Kuration: Angela Konti, journalist – producer
Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 26. März, 18:00 Uhr
Öffnungszeiten:
Do 26.03., 18:00-21:00 Uhr
Fr 27.03., 16:00-21:00 Uhr
Sa 28.03., 16:00-21:00 Uhr
Diese Ausstellung ist ein Akt der Würdigung und des Erinnerns, verwurzelt in persönlichen und familiären Geschichten. Als Enkelkind griechischer und italienischer Arbeiter:innen, die nach Norden migrierten, um in Fabriken und Bergwerken zu arbeiten, reflektiert Saki Koulos über das Leben jener Menschen, die für ihre Familien eine bessere Zukunft suchten. Diese Geschichten weiten sich zu kollektiven Erzählungen aus, die zwischen den Zeilen dominanter Narrative häufig verborgen bleiben.
Mit einem Werkkomplex aus Mixed-Media-Arbeiten versucht dieses Projekt, diese Geschichten wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, indem es die Würde, die Opfer und die historische Bedeutung dieser Arbeiter anerkennt.
In mehreren Arbeiten verwendet der Künstler traditionelle und historisch aufgeladene Materialien wie Eitempera und Wachs sowie Techniken, die mit früher Ikonografie und vormoderner Kunst verbunden sind. Diese Entscheidungen sind nicht nostalgisch, sondern bewusst: Indem Koulos Medien nutzt, die historisch religiösen Ikonen, Totenporträts und sakralen Bildwelten vorbehalten waren, verortet er diese Arbeiter in einer visuellen Tradition von Verehrung und Dauerhaftigkeit.
Im Kern untersucht die Ausstellung transgenerationales Erinnern – die Weise, wie Geschichte, Erfahrungen und Gefühle über Generationen weitergegeben werden. Sie fragt, wessen Leben als bewahrenswert im kulturellen Gedächtnis gilt, und schlägt alternative Formen vor, komplexe Geschichten zu würdigen und zu teilen, die der breiten Öffentlichkeit oft unbekannt sind.
Saki Koulos
Saki Koulos (geb. 1992) ist ein belgischer Künstler griechisch-italienischer Herkunft. Er lebt und arbeitet in Berlin. Er hat einen Master in Bildender Kunst von der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Brüssel, wo er Malerei studierte. Seine Arbeit erforscht gelebte Erfahrung, Sexualität, Geschichte und Fragen der Repräsentation und schöpft Inspiration aus transgenerationaler Erinnerung und dem Alltag. Neben der Malerei arbeitet er mit Poesie, Zeichnung, Collage, Fotografie, Skulptur und Tätowieren, wodurch Ideen fließend zwischen unterschiedlichen Medien wandern können. Koulos beginnt seine Praxis, indem er Bilder und Fragmente aus Zeitschriften, dem Internet, Archiven oder aus eigener visueller bzw. auditiver Dokumentation von Familienleben und alltäglichen Momenten spielerisch manipuliert und neu zusammensetzt. Durch Wiederholung und Experiment werden diese Materialien zu fertigen Arbeiten, die gemeinsam Erzählungen bilden und die Betrachter:innen einladen, neue Geschichten, Bedeutungen und Perspektiven zu imaginieren. Er versteht seine Arbeit als visuelle und poetische Antwort: Indem er Vertrautes zerlegt und in neue Kontexte setzt, eröffnet Koulos neue Wege des Sehens, Fühlens und Verstehens der Welt um ihn herum.
offene Veranstaltung
offen, kostenlos für alle
Illuseum Berlin, Karl-Liebknecht-Str. 9
26.-28.03.2026